Das Akkordeon


Das Akkordeon gehört zur Gruppe der Handzuginstrumente und wurde um 1830 in Wien von Cyrill Demian entwickelt. Die Tonerzeugung erfolgt durch Stimmzungen, die mittels eines Balges durch Zug- und Druckluft in Schwingung versetzt werden. Beim Akkordeon existieren auf der Diskantseite (rechts) sowie auf der Bassseite (links) unterschiedliche Anordnungen der Tasten. Im Diskant wird zwischen Tasten- und Knopfsystem unterschieden. Die Bassseite besteht aus einer Akkordkoppelmechanik, die dem Akkordeon seinen Namen verleiht. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde für das Akkordeon ein zusätzliches drittes Manual entwickelt, das einerseits dem Spieler die Möglichkeit des polyphonen Spiels gibt und andererseits die musikalische Einsetzbarkeit des Instruments steigert. Die verschiedenen Tastensysteme treten regional unterschiedlich auf. So ist in Russland das Knopfakkordeon unter dem Namen Bajan weit verbreitet. In Deutschland spielen Akkordeonisten sowohl Tasten- als auch Knopfakkordeons.





Die Steirische Harmonika


Im Gegensatz zum Akkordeon erklingt bei der Steirischen Harmonika (diatonische Harmonika) auf Zug und Druck des Balges ein anderer Ton. Dieser spieltechnische Unterschied grenzt die Literaturauswahl in dem Maße ein, dass auf dem Instrument ausschließlich volkstümliche Musik gespielt werden kann. Einen Grund dafür stellt auch die begrenzte Verfügbarkeit von Tonarten dar. Je nach musikalischem Verwendungszweck wird die Steirische Harmonika für das Zusammenspiel mit Blechblasinstrumenten, für den Soloeinsatz oder auch mit Streichern in den benötigten Tonarten hergestellt.





Das Bandoneón


Ein weiterer Vertreter aus der Gruppe der Handzuginstrumente ist das Bandoneón. Um 1845 entwickelte der Krefelder Heinrich Band dieses Instrument. Grundlage dafür bildete zunächst die Chemnitzer Konzertina von Carl Friedrich Uhlig. Diese diatonische Konzertina beschränkt sich auf einen kleinen Kreis von Tonarten innerhalb eines Instruments und ist dadurch für die Interpretation von traditioneller Musik geeignet. Nicht nur in Chemnitz, sondern auch in weiteren Orten des Erzgebirges, darunter Carlsfeld entstanden Manufakturen für die Herstellung von Konzertinas. Heinrich Band veränderte die Tastendisposition der Konzertina und machte daraus ein vollchromatisches Instrument, das weiterhin auf Zug und Druck des Balges zwei unterschiedliche Töne pro Knopf erzeugte. Trotz der Entwicklung des Bandoneóns im rheinischen Krefeld blieb das erzgebirgische Carlsfeld bestimmender Produzent dieser Instrumente. Im Zuge der Auswanderung großer Teile der europäischen Bevölkerung im späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert kamen die Bandoneóns nach Amerika. Die bis dahin für den Tango stehenden Instrumente Violine, Klavier oder Kontrabass wurden durch das Bandoneón ergänzt, das sich zum stilprägenden Merkmal des Tangos herausbildete. In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Carlsfeld zum Hauptexporteur von Bandoneóns nach Südamerika. Die staatlichen Veränderungen nach dem zweiten Weltkrieg beendeten diese Erfolgsgeschichte aprupt. In der Gegenwart hat sich Carlsfeld und dessen Umgebung erneut als wichtiges Zentrum für die Herstellung von Bandoneóns sowie anderen Handzuginstrumenten herausgebildet.